
Der Schmetterlingseffekt
Frauen in Bangladesch tragen Verantwortung für Familien und neues Leben – über ihr eigenes bestimmen viele nur begrenzt. Auf Kutubdia und in den Rohingya-Camps haben Gesundheitshelferinnen begonnen, diese Grenzen zu verschieben. Nun läuft das Projekt aus – und der Wandel, der gerade erst begonnen hat, droht wieder verloren zu gehen.
Das Baby schreit. Der fünf Monate alte Junge liegt in einem Korb aus geknüpften Schnüren, der von der Decke der dunklen Hütte baumelt. Der Raum ist fensterlos, die Luft steht bei 40 Grad. Er strampelt mit den nackten Beinen, reckt die Arme nach oben. Schweißperlen bilden sich über seinen verzerrten Lippen. Schließlich nimmt seine Mutter ihn hoch und wickelt ihn in ein Tuch.
Ruma Akter war 16, als sie verheiratet wurde. Ein Jahr später kam ihr erstes Kind zur Welt. Heute ist sie 28 und Mutter von vier Kindern. Rumas Welt besteht aus der Hütte, den Kindern und dem Haushalt. Ihr Mann ist Fischer und oft tagelang auf See. Ruma lebt auf Kutubdia, einer Insel im Golf von Bengalen vor der Küste Bangladeschs. Das Festland liegt nur eine halbe Stunde mit dem Boot entfernt, trotzdem haben viele Bewohner es noch nie betreten.

Das Meer ist hier Lebensgrundlage und Bedrohung zugleich: Die verarmten Familien leben vom Fischfang oder von der Salzgewinnung, gleichzeitig ist das tief liegende Gebiet Stürmen und Überflutungen beinahe schutzlos ausgeliefert.
Drei ihrer vier Kinder brachte Ruma zu Hause zur Welt. In dieser Hütte aus Bambus, Wellblech und Plastik. Ohne Arzt, ohne Hebamme. „Natürlich hatte ich Angst und Schmerzen“, sagt sie. „Ich war jung. Ich wusste nicht, was mit meinem Körper passiert.“
Bei ihrer vierten Schwangerschaft änderte sich etwas.
Eine Gesundheitshelferin begann, Ruma regelmäßig zu Hause zu besuchen. Sie sprach mit ihr über Ernährung und Hygiene, erklärte ihr, welche Beschwerden gefährlich werden können. Ruma wusch sich häufiger die Hände, nahm Vitamine, ging zur Vorsorge. Und als die Geburt näher rückte, ging sie ins Krankenhaus.
Die Gesundheitshelferin, die sie immer wieder besucht hatte, arbeitet für Gonoshasthaya Kendra (GK). Seit 2021 unterstützt die bangladeschische Nichtregierungsorganisation gemeinsam mit Malteser International fünf staatliche Gesundheitseinrichtungen auf Kutubdia. Damals erhielt laut einer 2026 veröffentlichten Fallstudie des Projekts nur etwa jede dritte Schwangere regelmäßig Vorsorge; die meisten Geburten fanden ohne ausgebildete Geburtshelfer statt.
Was für Ruma eine einzelne Entscheidung war, wiederholt sich inzwischen häufiger. Heute untersuchen eine Ärztin und vier Hebammen von GK Schwangere, behandeln Mütter und Kinder und überweisen Notfälle ins Krankenhaus. Zwischen 2022 bis 2025 stieg der Anteil von Frauen mit vier Vorsorgeuntersuchungen von 11 auf 35 Prozent; die Nachsorge nach der Geburt von 6 auf 24 Prozent.

An einem schwülen Tag Ende Juli sitzen rund ein Dutzend Frauen auf einer orangefarbenen Plane zwischen Wellblechhäusern und Bäumen. Einige haben Kinder auf dem Schoß, eine Frau stillt. Vor ihnen hält eine Gesundheitshelferin eine Bildtafel hoch. Es geht um Ernährung, Hygiene, Schwangerschaft, Krankheiten.
Für Halima Begum kam dieses Wissen zu spät. 2019 kam ihr Baby im siebten Monat tot zur Welt. Heute weiß die 33-Jährige, dass sie unter Eklampsie litt, eine häufigen Ursache von Mütter- und Kindersterblichkeit in Bangladesch. In den Gesundheitseinrichtungen hängen heute große Poster, die vor den Symptomen warnen. Doch 2019 waren da keine. „Ich glaube, wenn wir damals schon diese Betreuung gehabt hätten, hätte mein Kind vielleicht überlebt“, sagt Halima.

Die Kindersterblichkeit sei in den vergangenen Jahren zurückgegangen, sagt Dr. Tania Rhaman. Die Ärztin aus Dhaka erinnert sich noch gut an die Anfangszeit. „Es gab viel Misstrauen“, sagt sie. Und wenig Wissen. „Viele Frauen hatten wenig Bewusstsein für Körperhygiene“, erzählt sie. Oder was in der Schwangerschaft gefährlich ist. Menstruation war ein Tabu. Alte Traditionen hielten sich hartnäckig. Neugeborene bekamen Honig, damit sie später, so der Glaube, „eine süße Persönlichkeit“ entwickelten.
Dann muss sie schon wieder weiter: Dr. Rhaman und die fünf weiblichen Fachkräfte pendeln zwischen den Gesundheitsstationen der Insel. Aufgrund der großen Distanzen fahren sie mit dem Rollen. „Wir sind die einzigen Frauen, die hier Roller fahren“, sagt Rhaman. Für sie ist das nichts Besonderes. Sie hat in Dhaka studiert, ein anderes Leben kennengelernt.
„Manchmal fahre ich sogar mit meinem Mann hinten drauf“, sagt sie und lacht. Auf Kutubdia hingehen drehen sich Männer um, wenn sie mit pinkem Helm und weißem Kittel vorbeifährt. Und kleine Mädchen winken ihr zu. Laut GK fahren inzwischen mehr Mädchen mit dem Fahrrad zur Schule – auch, weil sie sehen, dass Frauen selbstständig unterwegs sein können.
Noch ist diese Bewegungsfreiheit keineswegs selbstverständlich. Besonders im ländlichen Bangladesch bestimmen patriarchale Familienstrukturen noch immer über das Leben von Mädchen und Frauen.
Nach der Hochzeit wird die junge Frau der Schwiegerfamilie übergeben. Gerade deshalb werden Mädchen oft so jung verheiratet. „Damit sie noch „erzogen“ werden können“, erklärt ein Mann die Praxis. Formbar nach den Wünschen des oft viel älteren Ehemanns und der Schwiegereltern. Für viele endet damit die Schule. Das Haus dürfen sie oft nur mit Erlaubnis verlassen.
Frühe Schwangerschaften erhöhen die gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind. Und die frühe Ehe birgt noch eine andere Gefahr: Laut der Violence Against Women Survey Bangladesh 2024 sind besonders junge Ehefrauen von Gewalt betroffen. Mit höherer Bildung sinkt das Risiko deutlich. Doch mit einer frühen Hochzeit endet für viele Mädchen gerade diese Bildung.
Im Behandlungszimmer sitzt Bokeya Jannatul mit ihrem drei Monate alten Sohn Arikam auf dem Schoß. Bokeya ist 18. Bis zur zwölften Klasse ging sie zur Schule. „Dann habe ich geheiratet und abgebrochen“, sagt sie leise. In der Familie ihres Mannes wurde sie schikaniert. Während der Schwangerschaft habe man ihr gesagt, sie solle weniger essen. Wenn es ihr schlecht ging, sollte sie sich nicht so anstellen.



In der Gesundheitsstation kennen sie solcher Geschichten: Neben Rückenschmerzen und Übelkeit sind Schikanen in der Schwiegerfamilie eines der Hauptsorgen von schwangeren Frauen auf Kutubdia. In ländlichen Regionen ist es verbreitet, dass Frauen kurz vor der Geburt in ihr Elternhaus zurückgeschickt werden. Damit gibt die Schwiegerfamilie Verantwortung, Versorgung und Kosten ab.
Doch Bokeya ging schon im sechsten Monat zurück. Für ihren 26-jährigen Mann war das ein Affront. „Seitdem nimmt er meine Anrufe nicht mehr an“, sagt sie. Auch nach der Geburt nicht. „Er kennt seinen Sohn noch gar nicht“, sagt Bokeya und küsst ihn auf die Stirn. Sie weiß nicht, ob sie zu ihrem Mann zurückkehren wird. Ihre Eltern unterstützen sie so oder so. „Wenn mein Sohn etwas größer ist, will ich die Schule fertig machen“, sagt Bokeya. Die Ärztinnen und Hebammen werden sie darin bestärken.
Auch Kulsum Akter Koli wäre gern länger zur Schule gegangen. Die 22-Jährige stillt ihr Baby, verborgen unter roten Tüchern. Seit sechs Jahren ist sie verheiratet. In dieser Zeit hatte sie drei Schwangerschaften, drei Geburten – kurz hintereinander. „Mein Körper ist kaputt“, sagt sie. Schwächeanfälle und Eisenmangel erschweren ihren Alltag.

Heute würde Kulsum vieles anders machen. Erst mit 20 heiraten, mit 25 das erste Kind bekommen. „Ich hätte gerne mehr Möglichkeiten gehabt“, sagt sie. Mehr Kinder möchte sie nicht.
In der Gesprächsrunde nicken die anderen Frauen. „Früher dachten wir, dass es gut sei, jung Kinder zu bekommen – und so viele wie möglich“, sagt eine Frau Mitte 30. Heute sehe sie das anders. Weniger Kinder bedeuteten weniger Kosten. Eine ältere Frau sagt, ihre Töchter würde sie nicht mehr so jung verheiraten. „Kinderehe ist nicht mehr das Ideal.“
Drei jüngere Frauen in der Runde sind frisch verheiratet. Alle waren bei ihrer Hochzeit bereits volljährig – und alle konnten bei der Wahl ihrer Männer mitreden.
Ein paar Häuser weiter sitzen Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren auf einer orangefarbenen Plastikplane. Hinter ihnen Bambus und Wellblech, durch einen Vorhang lauscht ein kleineres Mädchen den Gesprächen. Die Gesundheitshelferin stellt Fragen zu Hygiene und Gesundheit. Die Mädchen rufen Antworten dazwischen, lachen, verbessern sich gegenseitig. Einige tragen Kopftücher in Rosa, Rot oder Grün, andere haben die Haare offen.

Fast alle gehen noch zur Schule. Heiraten? Später. Vielleicht auch gar nicht. Sie wollen erst ihren Abschluss machen, studieren, arbeiten. Ärztin, sagt eine. Lehrerin, eine andere. Ärztin, Lehrerin, Lehrerin, Ärztin. Fast, als gäbe es keine anderen Berufe. Doch nur in diesen beiden begegnen ihnen auf Kutubdia inzwischen auch Frauen.
Auch über Dinge, über die früher geschwiegen wurde, reden die Mädchen. Über Menstruation, Beschwerden, Hygiene – kichernd, manchmal verlegen, aber offen. Selbst wenn ein Mann mit im Kreis sitzt. Ein 14-jähriges Mädchen erzählt, früher habe sie ihre gebrauchten Binden versteckt. Es sei ihr peinlich gewesen, wenn jemand sie sah. „Heute entsorgt mein Vater die Binden“, sagt sie. Das sei inzwischen normal.
Ausgerechnet jetzt läuft das Projekt aus. Finanziert wurde es vom Auswärtigen Amt und von Aktion Deutschland Hilft Wie viele andere große Geberländer hat auch Deutschland seine internationale Hilfe massiv gekürzt: Der Etat wurde binnen eines Jahres mehr als halbiert: von 2,26 Milliarden Euro 2024 auf 1,06 Milliarden Euro 2025. Die Bundesregierung verweist auf den angespannten Haushalt. Deutschland ist damit Teil eines größeren Einbruchs: Nach OECD-Daten sanken die Mittel der Geberländer für humanitäre Hilfe 2025 um fast 36 Prozent.

Ende November endet also die Arbeit vor Ort. Die Ärztin, vier Hebammen und zwölf Gesundheitshelfer*innen werden ihre Stellen verlieren. Mit ihnen verschwinden auch die Hausbesuche, die Aufklärungsgespräche, Teile der medizinischen Versorgungens und das Vertrauen, das sie über Jahre aufgebaut haben.
Dr. Rhaman sorgt sich dabei weniger um ihre Zukunft. „Ich finde einen neuen Job“, sagt sie. „Aber ich habe Angst, dass all der Fortschritt wieder rückgängig gemacht wird.“
Über die Hügel ziehen sich die Dächer der Rohingya-Camps bis zum Horizont. Hütten aus Bambus und weiß-blauen UN-Plastikplanen stehen dicht an dicht. Dazwischen verlaufen matschige, schmale Wege gesäumt von offene Abwasserrinnen voller Müll. Der Geruch treibt Besuchern zeitweise Tränen in die Augen.

Rund 1,3 Millionen Rohingya hat Bangladesch inzwischen aufgenommen, die meisten leben in den Camps von Cox’s Bazar, dem größten Flüchtlingslager der Welt.
Die Mehrheit floh 2017 vor Vertreibung und Massakern aus Myanmar; neue Menschen kamen mit den erneuten Kämpfen im Rakhain-Staat hinzu.
In Myanmar werden die Rohingya nicht als Staatsbürger anerkannt. Die muslimische Minderheit gilt als größte staatenlose Bevölkerungsgruppe der Welt.
Aus der provisorischen Zeltstadt ist neun Jahre später ein dauerhafter Lebensraum geworden. Doch ein selbstbestimmtes Leben ist kaum möglich. Die Menschen dürfen die Camps praktisch nicht verlassen und sind von Hilfsorganisationen abhängig. Auch GK und Malteser International arbeiten hier. In drei Gesundheitseinrichtungen versorgen sie mehr als 55.000 Menschen. Auch hier arbeiten primär Frauen.
An einem heißen Morgen Anfang August geht Anowara Begum durch die verwinkelten Gassen. Vorbei an halbnackten Kindern, Tee trinkenden Männern und bellenden Hunden.
Die 24-Jährige trägt eine Maske und die graue Weste einer Gesundheitshelferin. Mehr als hundert Familien gehören zu ihrem Bereich. „Assalamu Alaikum“, sagt sie, zieht die Schuhe aus und betritt die nächste Hütte. Sie kontrolliert Patientenbücher, fragt nach Beschwerden, überprüft Medikamenten und die Sauberkeit der Küche. Dann geht sie weiter.

Anowara ist selbst Rohingya. In Myanmar ging sie nur bis zur fünften Klasse zur Schule. Mit 16 wurde sie verheiratet, mit 20 bekam sie ihre Tochter Rima. Ihr Mann arbeitet als Tagelöhner und verdient wenig. „Deshalb erlaubt er mir zu arbeiten“, sagt Anowara. Ihr Einkommen gibt sie ihm. „Aber er gibt mir Geld, wenn ich etwas brauche“, betont sie. Wird sie im Lager beschimpft, weil sie als Frau arbeitet, verweist sie auf ihren Mann: Er habe es ihr erlaubt.
In einer der Hütten teilt ein dünner Vorhang den Raum in zwei Hälften. Dahinter liegt ein fünf Tage altes Baby. Es kam hier zur Welt, weil der Krankenwagen nicht rechtzeitig eintraf. Auch seine junge Mutter und die Großmutter bleiben hinter dem Stoff, sobald fremde Männer die Hütte betreten. Trotz Burqa wollen sie nicht gesehen werden.
Neun Menschen leben hier auf wenigen Quadratmetern. Bald werden es dreizehn sein: Die frisch verwitwete Tochter soll mit ihren drei Kindern zurückkommen. Es gibt keine Türen, keine Fenster, kein fließendes Wasser. Eine Toilette teilt sich die Familie mit 13 anderen Familien. Immer öfter läuft diese Latrine über. Auch die Sicherheitslage wird zunehmend schlechter.

„Wir verlassen das Haus nur noch selten“, sagt der Großvater, der seinen Namen nicht veröffentlicht sehen möchte.
„Alles wird schlechter“, sagt er. Zwei seiner Söhne arbeiten, trotzdem reicht das Geld nicht, um die Kürzungen der humanitären Hilfe aufzufangen. „Die Kinder wachsen, essen mehr, aber das Geld bleibt gleich.“ Auf den Tellern liegt daher immer weniger, manchmal lässt die Familie Mahlzeiten aus. Laut Welternährungsprogramm sind alle Rohingya in den Camps von Nahrungsmangel bedroht. „Wir arrangieren uns“, sagt die Großmutter und streichelt dem Baby über den Kopf.

In einer anderen Hütte sitzt Sabekun Nahar. Sie ist mit ihrem dritten Kind schwanger. Ihr hell geschminktes Gesicht versteckt sie immer wieder hinter einem rosafarbenen Tuch. Als Anowara sie fragt, wie alt sie ist, muss Sabekun nachdenken. „23“, sagt sie schließlich verlegen. Eine Schule hat Sebekun nie besucht, kann nicht einmal ihren Namen schreiben.
Am Anfang, erzählt ihre Mutter, hätten sie nicht in das Gesundheitszentrum gehen wollen. Die Klinik war ihnen fremd, das Misstrauen groß. Heute gehen sie wegen allem hin. Die Kinder spielen gerne auf dem Spielplatz dort. Sabekun bekam hier zum ersten Mal in ihrem Leben eine Schwangerschaftsuntersuchung. Besonders gefällt der Familie aber die Beschwerdebox, ein kleiner grüner Briefkasten für Rückmeldungen. „Wir haben uns noch nie beschwert“, sagt Sabekuns Mutter. „Aber dadurch fühlen wir uns ernst genommen.“
Vieles hätten sie erst in der Gesundheitsstation gelernt: dass ein Baby gestillt werden muss, welche Warnzeichen es in der Schwangerschaft gibt und wann ein Kind zum Arzt muss. „Alles, was wir wissen, wissen wir von hier“, sagt Sabekun. „Früher waren wir ganz allein.“
Neugeborene bekamen Reis oder Kaffee als Nahrung. „Ich gebe zu, früher haben wir das auch gemacht“, sagt ihre Mutter. „Aber heute machen wir das nicht mehr.“
Wie viele Frauen im Lager verlassen auch sie ihre Hütte nur selten. Die Gesundheitsstation ist einer der wenigen Orte, zu denen sie gehen. Dass sie nun schließen soll, beunruhigt die Familie „Wir haben kein Geld für Medizin. Ein bisschen ist sehr viel für uns“, sagt Sabekuns Mutter. Eine Behandlung außerhalb könnten sie sich nicht leisten.
Doch auch diese Versorgung steht vor dem Aus. Für die Arbeit von GK und Malteser International fehlt die Anschlussfinanzierung.

Rund 55.000 Menschen könnten dadurch ihre medizinische Basisversorgung verlieren. Und das ist kein Einzelfall. Seit die US-Regierung unter Donald Trump 2025 große Teile ihrer Auslandshilfe ausgesetzt hat, gerät das gesamte Hilfssystem für die Rohingya unter Druck.
Für 2026 haben die UN und ihre Partner den Hilfsplan bereits um 26 Prozent gekürzt – genug nur für das Minimum an lebensrettender Hilfe. Und selbst davon waren zur Jahresmitte erst rund 60 Prozent finanziert. Die WHO warnte erst im Juli vor Einschränkungen der Gesundheitsversorgung für Hunderttausende.
Doch solange der Gesundheitspost noch geöffnet ist, wird Sabekun weiter zur Vorsorge gehen. Und sie hat eine Entscheidung für sich getroffen: „Diesmal“, sagt sie, „möchte ich mein Kind im Krankenhaus bekommen.“
Transparenzhinweis
Diese Recherche entstand im Rahmen des Journalistenpreises Humanitäre Berichterstattung, ermöglicht durch Aktion Deutschland Hilft und das Auswärtige Amt. Die Reise und des Zugangs vor Ort wurden von Malteser International ermöglicht.
Alle Fotos und Videos stammen von Magdalena Gräfe.

